IT-Trends 2026 | Teil 2 – Software & Orchestrierung
2026 wird nicht durch mehr Software geprägt – sondern durch mehr Menschen, die Software erstellen. Der entscheidende Erfolgsfaktor ist nicht Geschwindigkeit, sondern Orchestrierung.
Lesen Sie jetzt Teil 2 unserer Reihe zu den IT-Trends 2026! Falls noch nicht gesehen: hier gelangen Sie zu Teil 1 - Security, KI & Compliance.
Wenn plötzlich jeder Software entwickelt…und die IT die Kontrolle behalten muss
Das Ende der klassischen Entwicklerrolle: Software entsteht längst nicht mehr nur in der IT.
In vielen Unternehmen bauen Fachbereiche eigene Lösungen. Kleine Apps für Anfragen, Workflows für Freigaben, Dashboards für Auswertungen oder Automatisierungen zwischen SaaS-Tools. Meistens sind das pragmatische Antworten auf ein akutes Problem. Nachvollziehbar, da die Erwartung an Geschwindigkeit stetig steigt und die IT oft ausgelastet ist. Viele Prozesse lassen sich auch mit Standardbausteinen erstaunlich weit bringen.
Das verändert die Rolle der IT zunehmend. Wenn alle „eigenständig Lösungen entwickeln “ können, muss jemand den Überblick behalten.
Medialine Glossar: "Was ist...?"
LOW-CODE
Entwicklungsmethode, bei der Software mit wenig oder ohne manuellem Programmieren erstellt wird. Nutzt visuelle Oberflächen und vorgefertigte Bausteine, um Entwicklungszeiten zu verkürzen
SAAS (Software as a Service)
Cloudbasierte Software, die über das Internet bereitgestellt und genutzt wird, meist im Abonnement. Keine lokale Installation nötig (z. B. Salesforce, Microsoft 365).
SCHATTEN-IT & -KI
IT- oder KI-Lösungen, die ohne Wissen oder Genehmigung der zentralen IT-Abteilung eingesetzt werden, oft aus Schnelligkeit oder Frustration über interne Prozesse, aber auch aus Unwissenheit. Können Sicherheits- und Compliance-Risiken bergen.
MONITORING
Aktive Überwachung von Systemen, Anwendungen oder Infrastrukturen in Echtzeit – z. B. CPU-Auslastung, Fehlermeldungen oder Antwortzeiten. Ziel: Probleme früh erkennen und beheben.
OBSERVABILITY
Erweiterte Form des Monitorings: Ermöglicht es, den Zustand komplexer Systeme durch Analyse von Logs, Metriken und Traces zu verstehen und Fehlerursachen zu identifizieren.
IT-Trend 2026: Demokratisierung der Softwareentwicklung
Low-Code und No-Code-Plattformen senken die Einstiegshürde. Generative KI minimiert sie weiter. Anforderungen werden in natürlicher Sprache beschrieben, erste Entwürfe entstehen unmittelbar, Tests und Integrationslogik können teilweise automatisiert werden. Damit kann praktisch jeder Lösungen erstellen, ohne eine Entwicklerlaufbahn absolviert zu haben. Diese „Citizen Developer“ schaffen im Unternehmen eigene Anwendungskapazitäten mit frei verfügbaren oder eigenständig eingeführten Tools.
Das ist grundsätzlich ein Gewinn! Teams arbeiten näher an Fachproblemen und können selbstständig Lösungen finden, die früher liegengeblieben wären. Dadurch wächst die Zahl der Anwendungen, Automationen und Skripte rapide an. Die Beteiligten sind sich selten der Verantwortung über ihre „eigene Softwarelösung“ bewusst.
Eine der zentralen IT-Entwicklungen 2026 ist nicht primär „mehr Software“, sondern „mehr Menschen, die Software erstellen “.
"Heute hat ein Unternehmen mit 5.000 Mitarbeitenden vielleicht 100 Entwickler – künftig sind es 5.000. Diese Entwicklung ist ein zweischneidiges Schwert."
Der Preis der Geschwindigkeit: Unkontrollierter "Wildwuchs“ & Schatten-IT
Wenn in kurzer Zeit viele neue Lösungen entstehen, wächst die IT-Landschaft schneller als Dokumentation, Architektur und Betrieb hinterherkommen.
Was als Produktivitätsschub startet, wird immer mehr zu einem der geschäftskritischen IT-Trends 2026: "Wildwuchs". Denn je mehr Lösungen parallel entstehen, desto schneller wächst die Zahl an Anwendungen, Workflows und kleinen Tool-Ketten, die voneinander abhängen.
Die typischen Folgen zeigen sich in vielen Unternehmen bereits heute:
Applikationslandschaften explodieren: Zahlreiche dezentrale Lösungen, die einzeln sinnvoll sind, zusammen aber schwer zu überblicken.
Integration wird zur Dauerbaustelle: Ein geänderter Connector, ein API-Update oder neue Berechtigungen können Prozessketten unerwartet unterbrechen.
Risiken steigen: Sicherheits- und Compliance-Fragen werden komplizierter, besonders wenn Tools genutzt werden, die nicht offiziell eingeführt sind.
Gerade im KI-Umfeld ist das Thema akut: Ungenehmigte KI-Tools („Schatten-KI“) sind weit verbreitet, während klare Vorgaben und Schulungen oft fehlen. Das verstärkt die Problematik um eine zusätzliche Dimension. Die Gründe dafür sind meist Bequemlichkeit und Geschwindigkeit, und selten ist klar: wer ist für diese Lösung verantwortlich?
Im Videoformat
Die 10 größten IT-Trends von Gartner
Was sagt Gartner? In unserem YouTube-Video zeigen wir, was einer der größten Anbieter von Marktforschungsergebnissen und Analysen über die Entwicklungen in der IT über 2026 zu sagen hat!
Wachsende Komplexität: Warum Orchestrierung 2026 Pflicht wird
Klassische IT-Governance stößt zunehmend an ihre Grenzen, wenn neue Lösungen nicht in wenigen großen Projekten entstehen, sondern täglich in vielen Teams. Für die Digitalisierung von Unternehmen 2026 bedeutet das: Unternehmen brauchen nicht nur Richtlinien, sondern eine praktische Steuerungsebene, die Transparenz und Kontrolle ermöglicht, ohne Innovationen auszubremsen. Prozesse brauchen Monitoring, um ihre Funktion und Integration langfristig gewährleisten zu können.
Orchestrierung bedeutet in diesem Kontext vor allem:
Transparenz schaffen: Welche Apps, Workflows und KI-Tools existieren, wer nutzt sie, und wo hängen kritische Prozesse dran?
Zugriff und Daten regeln: Rollen, Berechtigungen, Datenflüsse, Data-Residency-Anforderungen, Logging und Audit-Trails.
Betrieb absichern: Monitoring und Observability nicht nur für einzelne Systeme, sondern für ganze End-to-End-Prozessketten.
Standardisierte Integration: Verlässliche Wege, wie neue Lösungen angebunden und betrieben werden – inklusive klarer Verantwortlichkeiten.
Das passt auch zu dem, was führende Analysten für 2026 beschreiben: Der Fokus verschiebt sich von Piloten und Einzelinitiativen hin zu End-to-End-Ansätzen, bei denen KI, Daten und Prozesse als zusammenhängender Wertstrom orchestriert werden.
In der Praxis führt das häufig zu einer stärkeren Plattform-Orientierung: zentrale Management- und Monitoring-Plattformen – wie beispielsweise ONEInsight- ermöglichen es, IT-Landschaften zusammenzuführen, Abhängigkeiten sichtbar zu machen und Standards durchzusetzen, ohne Innovation zu bremsen.
Fazit: Freiheit braucht Struktur
Demokratisierung in der Entwicklung ist ein echter Produktivitätshebel. Aber ohne Struktur kippt sie schnell in Komplexität, Integrationslast und steigende Risiken. Der entscheidende Hebel für 2026 lautet deshalb nicht „noch schneller liefern“, sondern: Orchestrierung statt Chaos.
Eine solide IT-Zielsetzung für 2026 könnte so aussehen:
Fachbereiche können Lösungen bauen (schnell und pragmatisch ⚡),
die IT stellt Plattformen, Standards (und setzt sinnvoll Grenzen 🛃 ),
Risiken sind beherrschbar (Sicherheit, Compliance, Kosten 💰),
und Störungen lassen sich schnell finden und beheben.
Wer seine IT-Strategie 2026 nachhaltig aufstellen will, sollte Entwicklung in den Fachbereichen ermöglichen. Mit klaren Leitplanken, Transparenz, Governance und einer Plattformlogik, die den Betrieb im Griff behält.
Managed Kubernetes
Low-Code verlangt nach einer souveränen Plattform
Low-Code- und No-Code-Strategien entfalten ihr Potenzial nur dann nachhaltig, wenn sie auf einer kontrollierbaren, skalierbaren und sicheren Infrastruktur laufen. Wer hier nur Tools einführt, aber keine Plattformstrategie verfolgt, verlagert das Problem lediglich!
Genau deshalb setzen wir auf Managed Kubernetes by Medialine als kontrollierbare DevOps-Basis für moderne Softwarearchitekturen. Container-Orchestrierung ermöglicht es, Low-Code-, No-Code- und klassisch entwickelte Anwendungen standardisiert, transparent und governance-konform zu betreiben – unabhängig davon, wie viele „Citizen Developer“ künftig im Unternehmen aktiv sind.
Im nächsten Teil der Reihe geht es um Infrastruktur & Datacenter – also um die Basis, auf der diese neue Vielfalt zuverlässig laufen muss: Kapazitäten, Resilienz, Cloud-/On-Prem-Modelle und die Frage, wie Betrieb skalierbar bleibt.
Die it-sa 2025 hat gezeigt: Sicherheit ist keine Einzelaufgabe, sondern ein Gemeinschaftsprojekt. Drei Tage an zwei Ständen, vereint durch ein Ziel:...
Warum folgen wir manchen Führungspersönlichkeiten, während wir anderen misstrauen ▶️ Es liegt nicht daran, was sie tun, sondern warum sie es tun.
Ralph Friederichs
Mär 14, 2025
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