CRaaS: Betriebsfähig nach einem Ransomware-Angriff
Ihre Daten wurden nach einem Hacker-Angriff verschlüsselt und Sie haben keinen Zugriff auf Ihr Backup? CRaaS kann helfen.
DDoS-Angriff und wirksamer DDoS-Schutz ▶️ Im Tech-Tutorial zeigen wir, wie Unternehmen Angriffe erkennen, abwehren und ihre IT-Sicherheit stärken.
Wenn eine Website plötzlich nicht mehr erreichbar ist, ein Kundenportal nicht lädt oder ein Server nicht mehr antwortet, wirkt das im ersten Moment wie eine technische Störung. Dahinter kann aber auch ein gezielter Angriff stecken: eine DDoS-Attacke.
Am 17. Februar 2026 fielen bei der Deutschen Bahn die Buchungssysteme, die App und die Anzeigetafeln stundenlang aus. BSI-Präsidentin Claudia Plattner sprach von Milliarden Anfragen pro Minute.
Dabei werden Dienste, Server oder Netzwerke so stark mit Anfragen überlastet, dass sie nur noch langsam reagieren oder vollständig ausfallen. In diesem Tech-Tutorial erklären wir, was ein DDoS-Angriff ist, wie solche Attacken funktionieren und welche Maßnahmen Unternehmen kennen sollten, um ihre digitale Verfügbarkeit besser zu schützen.
DDoS steht für Distributed Denial of Service. Gemeint ist eine absichtlich herbeigeführte Überlastung eines Dienstes, einer Website, eines Servers oder eines Netzwerks. Ein einfacher Denial of Service, kurz DoS, beschreibt zunächst nur den Zustand, dass ein Dienst nicht erreichbar ist. Das kann verschiedene Ursachen haben: eine technische Störung, eine physische Unterbrechung, eine ungewollte Überlastung oder eben einen gezielten Angriff.
Bei einem DDoS-Angriff kommt die Last verteilt von vielen Systemen gleichzeitig. Angreifer nutzen dafür Botnetze: tausende bis Millionen ferngesteuerte Geräte, deren Besitzer nichts vom Missbrauch wissen. Das prominenteste aktuelle Beispiel ist das Aisuru-Kimwolf-Botnet – ein Verbund aus 1 bis 4 Millionen infizierten Geräten, vor allem Android-TVs. Zwischen 19. Dezember 2025 und Januar 2026 startete dieses Botnet 902 hyper-volumetrische Angriffe mit Spitzenwerten von 24 Tbps und 205 Millionen Anfragen pro Sekunde. Das Zielsystem muss jede Anfrage verarbeiten – wird die Menge zu groß, sind die Ressourcen erschöpft. Websites laden nicht mehr, Anwendungen reagieren verzögert, Dienste fallen aus.
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) misst monatlich die DDoS-Angriffe gegen deutsche Ziele. Im April 2026 lag der BSI-Index bei 179 Punkten – damit fanden 79 Prozent mehr Angriffe statt als im Jahresdurchschnitt 2021. Die durchschnittliche Bandbreite je Angriff erreichte rund 1.134 Mbit/s. Seit Februar 2026 verzeichnet das BSI einen kontinuierlichen Anstieg.
International bestätigt sich der Trend: Cloudflare blockierte 2025 insgesamt 47,1 Millionen DDoS-Angriffe – eine Verdopplung gegenüber 2024. Hyper-volumetrische Attacken stiegen allein im vierten Quartal um 40 Prozent, die Angriffsgrößen wuchsen gegenüber Ende 2024 um über 700 Prozent. Im Durchschnitt mitigiert Cloudflare inzwischen 5.376 Angriffe pro Stunde – automatisiert.
Für Unternehmen mit öffentlich erreichbaren Diensten heißt das ❗ Wer 2026 nicht auf einen DDoS-Angriff vorbereitet ist, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit einen erleben.
DDoS-Angriffe sind gefährlich, weil sie direkt auf die Verfügbarkeit abzielen. Für Unternehmen ist das ein kritischer Punkt. Denn viele Geschäftsprozesse hängen heute davon ab, dass digitale Dienste zuverlässig erreichbar sind.
Betroffen sein können zum Beispiel:
Fällt einer dieser Dienste aus, entstehen schnell konkrete Schäden. Kunden können nicht bestellen, Mitarbeitende nicht arbeiten, Partner keine Daten austauschen und Supportprozesse geraten ins Stocken. Zusätzlich kann ein sichtbarer Ausfall das Vertrauen in die digitale Leistungsfähigkeit eines Unternehmens beschädigen.
Volumenbasierte Angriffe zielen darauf ab, die verfügbare Bandbreite zu überlasten. Das Netzwerk wird mit so viel Datenverkehr geflutet, dass legitime Anfragen nicht mehr durchkommen. Diese Angriffe wirken oft sehr direkt. Wenn die Leitung voll ist, hilft es wenig, dass der Server selbst technisch noch funktionieren würde. Die Anfrage erreicht ihn schlicht nicht mehr zuverlässig.
Protokollbasierte Angriffe nutzen Schwächen in Netzwerk- oder Kommunikationsprotokollen aus. Sie können Firewalls, Load Balancer oder Serverressourcen belasten und so die Infrastruktur instabil machen. Solche Angriffe sind besonders problematisch, weil sie nicht nur einzelne Anwendungen treffen, sondern grundlegende Netzwerkkomponenten beeinträchtigen können.
Applikationsbasierte Angriffe richten sich gezielt gegen Anwendungen, zum Beispiel Webserver, Loginbereiche oder Suchfunktionen. Diese Angriffe arbeiten oft mit weniger Traffic als klassische Bandbreitenangriffe, können aber trotzdem großen Schaden verursachen. Der Grund: Die Anfragen wirken auf den ersten Blick häufig legitim. Sie belasten jedoch gezielt Funktionen, die für die Anwendung besonders ressourcenintensiv sind.
Diese drei Kategorien treten heute selten isoliert auf. Moderne Angreifer kombinieren sie zu Multi-Vektor-Angriffen – gleichzeitige Belastung auf Netzwerk-, Protokoll- und Applikationsebene. Im vierten Quartal 2025 machten Network-Layer-Attacken 78 Prozent aller DDoS-Angriffe aus, parallel surgten HTTP-DDoS-Angriffe auf Layer 7 in ihrer Intensität. Eine einzelne Schutzschicht reicht nicht.
Ein DDoS-Angriff ist nicht immer sofort eindeutig zu erkennen. Gerade kleinere oder langsamere Angriffe wirken zunächst wie normale Performanceprobleme. Hinzu kommt: Moderne Angriffe sind kurz. Der Cloudflare-Rekord von 31,4 Tbps dauerte 35 Sekunden, die meisten Network-Layer-Attacken enden nach weniger als zehn Minuten. Wer erst nach einer Support-Meldung reagiert, kommt zu spät. Automatisierte Erkennung und Reaktion sind deshalb Pflicht.
Ein wirksamer Schutz gegen Überlastungsattacken besteht nicht aus einer einzelnen Maßnahme. Er kombiniert Prävention, Erkennung, Abwehr und Nachbereitung. Besonders wichtig ist, schon vor einem Angriff vorbereitet zu sein. Im Tech-Tutorial unterscheiden wir zwischen proaktiven und reaktiven Maßnahmen.
Ein DDoS Mitigation Service überwacht den Datenverkehr kontinuierlich. Wird ein Angriff erkannt, kann der Traffic umgeleitet, analysiert und gefiltert werden. Schädliche Anfragen werden blockiert, legitime Zugriffe weiterhin zugelassen.
Das Ziel ist, den Angriff nicht erst am eigenen Server zu stoppen, sondern bereits vorher abzufangen. Viele professionelle Lösungen arbeiten dafür mit Traffic-Umleitung, Paket- und Flow-Analysen sowie automatisierter Filterung.
Gerade für Unternehmen mit öffentlich erreichbaren Diensten ist ein solcher Service ein zentraler Baustein der Abwehrstrategie.Für KRITIS-Betreiber kommt hinzu: Das BSI hat 37 Prüfkriterien definiert, die ein qualifizierter DDoS-Mitigation-Dienstleister erfüllen muss.
Traffic Analyse bedeutet, den Datenverkehr laufend auszuwerten. Dabei wird geprüft, ob sich Muster verändern oder ungewöhnliche Last entsteht. Dazu werden unter anderem Datenpakete, Datenströme, Quell- und Zieladressen, Zugriffsmuster, Lastverhalten und Protokolldaten analysiert.
Der Vorteil: Unternehmen erkennen früher, wenn sich ein Angriff anbahnt. Eine Traffic Analyse ist damit die Grundlage für Alarmierung, Bewertung und gezielte Gegenmaßnahmen ✅
Beim Load Balancing wird Datenverkehr auf mehrere Server oder Systeme verteilt. Dadurch wird verhindert, dass eine einzelne Komponente zu schnell überlastet wird.
Load Balancing schützt nicht allein vor jeder DDoS-Attacke. Es erhöht aber die Stabilität und Ausfallsicherheit. Besonders bei Webanwendungen, Portalen oder stark frequentierten Diensten ist es eine wichtige Ergänzung.
Wenn ein Server stark belastet ist, können Anfragen auf andere Systeme verteilt werden. So bleibt der Dienst länger verfügbar.
Eine Web Application Firewall, kurz WAF, schützt Webanwendungen vor schädlichem oder verdächtigem Traffic. Sie prüft eingehende Anfragen und kann verdächtige Muster blockieren.
Eine WAF ist besonders wichtig bei Angriffen auf Anwendungsebene. Denn hier reicht es nicht, nur auf Datenmengen zu schauen. Entscheidend ist, ob einzelne Anfragen bestimmte Funktionen gezielt belasten oder Schwachstellen ausnutzen.
Für Unternehmen mit Webanwendungen, Kundenportalen oder Formularstrecken ist eine WAF deshalb ein sinnvoller Bestandteil des Schutzkonzepts gegen DDoS.
Nicht jeder Dienst ist gleich kritisch. Deshalb sollten Unternehmen vorab definieren, welche Systeme im Ernstfall besonders geschützt werden müssen.
Typische Fragen sind:
Diese Einordnung hilft dabei, Schutzmaßnahmen sinnvoll zu planen. Je genauer Unternehmen ihre kritischen Dienste kennen, desto gezielter lässt sich DDoS-Protection aufbauen.
DDoS-Angriffe zeigen, wie eng IT-Sicherheit und Verfügbarkeit zusammenhängen. Deshalb sollte DDoS-Schutz nicht isoliert betrachtet werden, sondern als Teil einer modernen Network-Security-Strategie. Erfahren Sie mehr darüber, wie Network Security Unternehmen dabei unterstützt, ihre IT-Infrastruktur zuverlässig abzusichern:
Selbst mit einer durchdachten Sicherheitsstrategie, professionellem Monitoring und geeigneten Schutzmaßnahmen lässt sich ein DDoS-Angriff nicht immer vollständig verhindern. Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht. Deshalb gehört zu einer wirksamen Abwehr einen klaren Reaktionsplan. Die folgenden Maßnahmen helfen dabei, im laufenden Angriff handlungsfähig zu bleiben, Schäden zu begrenzen und aus dem Vorfall zu lernen.
Beim Traffic Shaping wird Datenverkehr gezielt gesteuert oder gedrosselt. Schädlicher oder weniger wichtiger Traffic erhält weniger Bandbreite. Wichtige und legitime Verbindungen werden priorisiert. So kann verhindert werden, dass ein Angriff die komplette verfügbare Bandbreite blockiert. Ziel ist, zentrale Dienste so lange wie möglich erreichbar zu halten.
Beim Blackholing wird Datenverkehr zu einem bestimmten Ziel vollständig verworfen. Das kann sinnvoll sein, wenn ein Angriff sehr massiv ist und andere Teile der Infrastruktur geschützt werden müssen. Diese Maßnahme sollte jedoch nur bewusst und kontrolliert eingesetzt werden. Denn beim Blackholing wird nicht nur schädlicher Traffic blockiert. Auch legitime Anfragen erreichen den Dienst nicht mehr. Blackholing ist deshalb eher eine Notfallmaßnahme, wenn die Stabilität der Gesamtinfrastruktur Vorrang hat.
Ein DDoS-Angriff ist nicht nur ein technischer Vorfall. Er betrifft Betrieb, Kommunikation, Kundenservice und gegebenenfalls auch die Geschäftsführung.
Deshalb sollten Unternehmen im Vorfeld definieren:
Wichtig: Klare Zuständigkeiten sparen im Ernstfall wertvolle Zeit ✅
Nach einem DDoS-Angriff sollten Logdateien, Monitoringdaten und weitere technische Informationen gesichert und ausgewertet werden. Ziel ist es, den Vorfall möglichst genau nachzuvollziehen: Woher kam der Angriff? Welche Systeme waren betroffen? Welche Angriffsmuster wurden genutzt? Wie lange dauerte die Attacke? Welche Maßnahmen haben geholfen und wo gab es Schwachstellen?
Bei größeren Angriffen kann zusätzlich eine forensische Untersuchung sinnvoll sein. Sie hilft dabei, den entstandenen Schaden zu bewerten, den Ablauf des Angriffs zu dokumentieren und mögliche weitere Risiken zu erkennen. Das ist besonders wichtig, wenn rechtliche Schritte geprüft, Versicherungen eingebunden oder interne und externe Nachweise benötigt werden.
Die Nachbereitung ist damit ein zentraler Teil des DDoS-Schutzes. Denn aus jedem Vorfall lassen sich konkrete Erkenntnisse ableiten, um beim nächsten Angriff schneller, gezielter und wirksamer reagieren zu können.
Noch kompakter erklärt Ralph Friedrichs das Thema in unserem Video „So schützt du dich vor DDoS-Attacken!“. Darin zeigen wir, wie DDoS-Angriffe funktionieren und welche proaktiven sowie reaktiven Maßnahmen Unternehmen kennen sollten.
In der Praxis sollte der Schutz vor DDoS-Angriffen immer zur eigenen Infrastruktur passen. Entscheidend ist, welche Dienste öffentlich erreichbar sind, welche Systeme geschäftskritisch sind und wo ein Ausfall besonders hohe Auswirkungen hätte. Eine einfache Website stellt andere Anforderungen als eine Umgebung mit mehreren Standorten, Cloud-Diensten, Kundenportalen, APIs und kritischen Schnittstellen.
Wichtig ist außerdem, dass Schutzmaßnahmen nicht nur eingerichtet, sondern dauerhaft betrieben werden. Dazu gehören Monitoring, Alarmierung, automatische Mitigation, klare Verantwortlichkeiten und definierte Eskalationswege. Wer die eigene Reaktionsfähigkeit nicht mindestens einmal jährlich testet, weiß im Ernstfall nicht, wer entscheidet, wer Provider oder Security-Dienstleister einbindet und welche Maßnahmen zuerst greifen.
DDoS-Protection ersetzt dabei keine ganzheitliche IT-Sicherheit. Sie sollte mit Firewall, Web Application Firewall, Monitoring, Incident Response, Schwachstellenmanagement und Notfallplanung zusammengedacht werden. So entsteht ein Sicherheitskonzept, das nicht nur einzelne Systeme schützt, sondern die digitale Betriebsfähigkeit insgesamt stärkt.
Kontaktformular
Gemeinsam prüfen wir, welche Dienste besonders geschützt werden sollten, welche Maßnahmen zu Ihrer Infrastruktur passen und wie DDoS-Schutz sinnvoll in Ihre bestehende Sicherheitsstrategie integriert werden kann.
DDoS-Schutz umfasst Maßnahmen, die verhindern sollen, dass Webseiten, Server, Netzwerke oder Anwendungen durch massenhaften Datenverkehr überlastet werden. Dazu gehören Erkennung, Filterung, Traffic-Steuerung und klare Notfallprozesse.
DDoS steht für Distributed Denial of Service. Dabei wird ein Dienst durch viele verteilte Systeme gleichzeitig mit Anfragen überlastet, bis er nur noch langsam reagiert oder nicht mehr erreichbar ist.
Typische Anzeichen sind ungewöhnlich hoher Datenverkehr, langsame Ladezeiten, Timeouts, nicht erreichbare Dienste, auffällige Zugriffsmuster oder stark belastete Netzwerk- und Serverressourcen.
Wichtige Maßnahmen sind DDoS-Mitigation, Traffic Analyse, Load Balancing, Web Application Firewall, Traffic Shaping, Blackholing, klare Verantwortlichkeiten und die Auswertung von Log- und Monitoringdaten.
Eine klassische Firewall allein reicht meist nicht aus. Sinnvoll ist eine Kombination aus Netzwerk-Schutz, Web Application Firewall, Monitoring, Mitigation und klaren Reaktionsprozessen.
DDoS-Angriffe gefährden die Verfügbarkeit geschäftskritischer Dienste. Ausfälle von Websites, Portalen, APIs oder Cloud-Anwendungen können zu Produktivitätsproblemen, Umsatzverlusten und Reputationsschäden führen.
Wenn für die Bibliothek oder Datei der Versionsverlauf aktiviert ist, können ältere Versionen eines Dokuments in SharePoint eingesehen und bei Bedarf wiederhergestellt werden. Das ist besonders hilfreich, wenn Inhalte versehentlich überschrieben, gelöscht oder ungewollt verändert wurden. So lässt sich in vielen Fällen schnell zu einem früheren Stand zurückkehren.
Ihre Daten wurden nach einem Hacker-Angriff verschlüsselt und Sie haben keinen Zugriff auf Ihr Backup? CRaaS kann helfen.
Wie sicher sind Ihre Passwörter? Und was würde passieren, wenn sie geleakt werden? Wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihren Daten effektiv schützen können.
NIS2 in Kraft, KI-Angriffe auf dem Vormarsch. Was heißt das für Ihre Sicherheitsarchitektur? Von Zero Trust über KI-gestützte Abwehr bis zur Frage,...
Einmal im Monat informieren wir zu aktuellen Trend-Themen, News und Veranstaltungen aus der IT-Welt. Zusätzlich erhalten Sie im Bedarfsfall Sondernewsletter, falls es aktuelle Entwicklungen oder Sicherheitsrisiken nicht zulassen, Ihnen diese Informationen bis zum nächsten planmäßigen Newsletter vorzuenthalten.
Unsere Datenschutzhinweise, die Sie umfassend über unsere Datenverarbeitung und Ihre Datenschutzrechte informieren, finden Sie hier.