POC-Friedhof, Tokenomics und Agentic AI: Hörhammer & Hörhammer im Gespräch mit Tim van Wasen
Mit Tim van Wasen ist der erste Gast bei „Hörhammer & Hörhammer“ direkt ein echtes Highlight: Gemeinsam mit Martin und Stefan spricht der Managing Director von Dell Technologies Deutschland über den Weg von KI-Piloten in den Produktivbetrieb, die wachsende Bedeutung von Infrastruktur und die Frage, wo KI künftig eigentlich laufen sollte.
Was ist Hörhammer & Hörhammer?
Martin und Stefan sind Brüder, Geschäftsführer und seit diesem Jahr auch Video-Podcast-Hosts. In „Hörhammer & Hörhammer“ diskutieren der CEO und COO der Medialine Group aktuelle IT- und Businessthemen aus zwei Perspektiven, die sich im Geschäftsalltag sehr gut ergänzen: Während Martin den Blick auf Marktentwicklungen, Technologietrends und strategische Zukunftsfähigkeit richtet, bringt Stefan die operative Gegenprobe: Was davon ist in der Kundenrealität wirklich umsetzbar?
Kein Moderator, kein Skript, kein Konsens um den Konsens willen – sondern ein echtes Gespräch für alle, die IT-Entscheidungen nicht nur beobachten, sondern aktiv gestalten wollen.
Der erste Gast: Tim van Wasen, Managing Director Dell Technologies Germany
Tim van Wasen ist der erste Gast bei „Hörhammer & Hörhammer“ – auf Impuls und Nachfrage von ihm selbst. Er ist Managing Director von Dell Technologies Germany, einem der engsten Partner von Medialine. Das Gespräch fand im Büro von Dell am Frankfurter Flughafen statt, einem Setting, das den Ton setzt: nah an der Praxis und nah an den Menschen, die täglich mit den größten IT-Entscheidungen des Landes zu tun haben.
Die Partnerschaft zwischen Medialine und Dell gehört zu den tiefsten und längsten der Unternehmensgeschichte – und die Initiative zur Teilnahme sagt dabei mehr als jede Partnerschaftsstatistik. Wer allerdings glaubt, dass sich hier nur drei miteinander vertraute Leute gegenseitig auf die Schulter klopfen, der irrt. Das Gespräch ist offen, direkt und an einigen Stellen überraschend unbequem.
🚀 KI: Vom POC-Friedhof in den Produktivbetrieb
Direkt in der ersten Folge wird klar, dass Tim van Wasen nicht nur in seiner Rolle als Dell-Deutschland-Chef zu Gast ist. Vielmehr entsteht ein persönlicher Austausch unter langjährigen Partnern, bei dem auch eigene Erfahrungen und Einschätzungen Raum finden. KI ist für ihn dabei kein reines Präsentationsthema, sondern gelebter Alltag. Er nutzt sie privat, spricht offen über seine Erfahrungen und zieht daraus Schlüsse, die auch für Unternehmen relevant sind. Genau diese Perspektive führt zu einer zentralen Frage des Gesprächs: Warum schaffen es so viele Unternehmen trotz zahlreicher KI-Pilotprojekte nicht in den produktiven Einsatz? Martin liefert dafür einen passenden Begriff: POC-Friedhof.
Viele Piloten, wenig Produktivbetrieb. Woran liegt das und was braucht es, damit KI 2026 wirklich im Unternehmen ankommt? Das Gespräch geht der Frage auf den Grund, was beim Schritt vom Test in den Echtbetrieb unterschätzt wird: Governance, Guardrails, organisatorischer Wandel und die Erkenntnis, dass Unternehmen nicht von KI verdrängt werden, sondern von Unternehmen, die KI produktiv einsetzen.
Besonders im Mittelstand ist das eine drängende Frage. Während KI im Enterprise längst angekommen ist, fehlen vielen mittelständischen Unternehmen die finanziellen Mittel, um große KI-Cluster aufzubauen. Tim van Wasen beschreibt, wie Dell diesem Problem begegnet. Das Prinzip dahinter ist so einfach wie überzeugend: KI muss zu den Daten, nicht die Daten zur KI.
Von dort führt das Gespräch zur nächsten Entwicklungsstufe: Agentic AI. Wenn Agenten nicht mehr nur antworten, sondern mit Rollen und Rechten wie ein Mitarbeitender handeln, verändert sich auch die Frage nach Verantwortung und Steuerung grundlegend. Gleichzeitig rückt ein weiteres Thema in den Fokus: Welche Ressourcen braucht diese Entwicklung eigentlich?
📈 Compute, Energie und Tokens: Die unterschätzte Ressourcenfrage
Noch in der ersten Folge wechselt das Gespräch auf eine Ebene, die im öffentlichen Diskurs noch zu selten stattfindet: Was kostet KI wirklich – nicht nur in Euro, sondern in Strom, Kühlung und Infrastruktur? Viele Unternehmen reservieren und bezahlen bereits heute Rechenleistung, ohne genau zu wissen, wofür sie diese künftig einsetzen werden. Tim van Wasen benennt, was viele unterschätzt haben: Der Energiebedarf von KI-Infrastruktur ist enorm und wird perspektivisch nur weiter wachsen.
Damit geht es um mehr als die Frage, wie viel Rechenleistung verfügbar ist. Stromverfügbarkeit, Kühlung, Bandbreite – das sind keine abstrakten Zukunftsszenarien, sondern bereits heute limitierende Faktoren. Hinzu kommt die Frage, was passiert, wenn KI ohne klare Governance und Guardrails betrieben wird, sondern mit schlechten Daten und unkontrollierbarem Ressourceneinsatz. Jeder Token löst Energiebedarf aus. Wer das nicht mitdenkt, produziert nicht nur schlechte Ergebnisse, sondern trägt zu einem Problem bei, das weit über die eigene IT-Abteilung hinausgeht.
✅ Tokenomics und Souveränität: Warum Cloud first neu gedacht wird
Die zweite Folge startet mit einer Frage, die Martin direkt in den Raum stellt: Was bringt Unternehmen wirklich dazu, die Kontrolle über ihre Daten zurückzugewinnen: Ist es die strategische Überzeugung oder doch vor allem die Angst vor Kontrollverlust? Im Gespräch zeigt sich schnell, dass die Antwort differenzierter ausfällt und direkt zu einem Begriff führt, der die Diskussion um digitale Souveränität neu einordnet.
Tim van Wasen bringt die „Tokenomics“ ins Spiel. Wer On-Premises rechnet, kauft sich im Grunde eine Flatrate. In der Cloud dagegen wird jeder Token einzeln abgerechnet. Je mehr Agentic AI zum Einsatz kommt, desto schwerer lässt sich dieser Verbrauch planen. „Cloud first ist vom Tisch“, sagt van Wasen. Workloads sollten dort laufen, wo sie sicher, performant und wirtschaftlich betrieben werden können.
Wie weit diese Entwicklung bereits reicht, zeigt ein Detail aus dem Recruiting: Bei Tech-Jobs im Silicon Valley fragen Bewerberinnen und Bewerber nicht mehr, wie groß ihr Team sein wird – sondern wie hoch ihr Token-Budget ist. Auch bei Medialine ist dieses Thema inzwischen angekommen. Ein kleines Detail, das viel über den Wandel der Arbeitswelt durch KI erzählt.
Genau hier wird deutlich, dass die Frage nach dem richtigen Umgang mit KI nicht bei Infrastruktur und Kosten endet. Denn auch organisatorisch entsteht ein Spannungsfeld: Schatten-KI entwickelt sich häufig, weil Mitarbeitende Lösungen sofort brauchen und offizielle Prozesse länger dauern. Wie Unternehmen Kontrolle und Nutzung zusammenbringen, welche Rolle Private Cloud dabei spielt und wie sich digitale Souveränität in der Praxis umsetzen lässt, sind zentrale Fragen der Folge.
📣 Dell x Medialine: Was unsere Partnerschaft stark macht
Zum Schluss richtet sich der Blick noch einmal auf die Zusammenarbeit zwischen Dell und Medialine. Denn bei Fragen rund um KI, Infrastruktur und digitale Souveränität geht es am Ende auch darum, wie aus Technologie konkreter Mehrwert für Kunden entsteht.
Dabei treffen zwei Perspektiven aufeinander: Auf der einen Seite stehen die Technologie und die Infrastruktur, auf der anderen das Wissen über konkrete Prozesse und Herausforderungen von Kunden. Erst im Zusammenspiel entsteht daraus eine Lösung, die nicht nur technisch funktioniert, sondern auch im Alltag unserer Kunden einen Unterschied macht. Es geht um die Frage, warum Hersteller und IT-Partner unterschiedliche Stärken einbringen, weshalb Nähe zum Kunden dabei entscheidend ist und warum am Ende nicht die einzelne Technologie zählt, sondern das Zusammenspiel entlang der gesamten Prozesskette.
👉 Jetzt reinhören!
Wie viel Potenzial steckt wirklich in KI und was braucht es, damit daraus produktiver Einsatz wird? Die erste Folge mit Tim van Wasen ist jetzt online. Hören Sie direkt rein und erfahren Sie, warum KI längst mehr verändert als nur unsere IT.
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